Der Auftrag

Am 17. September 2026, kurz nach sieben Uhr morgens, bekam unser Coding-Agent einen Auftrag. Der erste Satz nannte das Ziel, einen gehenden Roboter mit Händen zu bauen. Ein Pflichtenheft und eine Ablage für den Code fehlten. Der Agent legte die Ablage an und schrieb keine zwanzig Minuten später die erste Datei.

In den ersten acht Tagen arbeitete er 8.069 Schritte ab und sicherte 2.079 Zwischenstände; ein Schritt ist ein Aufruf des Modells samt der Werkzeuge, die es dabei benutzt. Ein Mensch schrieb ihm in dieser Zeit rund 70 Anweisungen, kaum eine länger als eine Zeile. Sie nannten, was entstehen soll, und den Weg wählte der Agent. Eine sagte, der Entwurf sehe aus wie Lego und müsse besser werden, eine andere verlangte, zu trainieren und ein Video davon zu liefern.

Was am 24. Tag vorliegt

Heute, am 10. Oktober, ist der Roboter in seiner siebten Bauform vollständig konstruiert. Der Agent schrieb Konstruktion, Simulation, Training und Prüfungen, zusammen rund 52.000 Zeilen Python.

Stand am 10. Oktober 2026
Körperrund 78 cm, 4,4 kg, 38 Antriebe, zwei Hände mit je fünf Fingern
Konstruktion107 Teile für den 3D-Druck, im CAD auf Druckbarkeit und Passung geprüft
BauunterlagenStückliste, Verkabelung und Montageanleitung in 23 Schritten
Gehengelernt, mit den Sensoren des späteren Roboters: 108 geprüfte Gehversuche, kein Sturz
Greifenauf dem Handprüfstand in 373 von 512 Versuchen gehalten, verlangt waren 60 %

Der Roboter geht, beschleunigt und dreht auf der Stelle. Seine Hand nimmt einen Gegenstand an, hält ihn und lässt ihn auf Aufforderung los. Die Projektseite zeigt die Aufnahmen aus der Simulation und die Messwerte.

Warum die Zahlen belastbar sind

Ein Agent, der so schnell baut, meldet auch schnell Erfolg. Wir messen deshalb nach, statt Meldungen zu lesen. Die erste Nachprüfung am achten Tag fand eine Abnahme, die das Greifen als bestanden meldete, obwohl die Dose in der Simulation umgefallen war. Der Agent hatte die Prüfung selbst geschrieben, und sie bestätigte sein Ergebnis.

Aus diesem Befund entstanden die Regeln, nach denen das Projekt seither arbeitet. Über Erfolg entscheidet, was in der Simulation geschehen ist, etwa wo die Dose am Ende liegt. Die Prüfungen laufen in vielen zufällig veränderten Welten statt in einer. Der Roboter bekommt nur, was seine späteren Sensoren liefern können, und ein Test setzt das durch. Ergebnisse, die diesen Regeln nicht genügten, zogen wir zurück und maßen sie neu; wie streng wir dabei vorgingen, beschreibt Erst simulieren, dann bauen.

Die Zahlen in der Tabelle oben entstanden nach diesen Regeln. Auch der Agent arbeitet inzwischen so, denn er darf eine Arbeit erst als abgeschlossen melden, wenn sein letzter Lauf fehlerfrei war, wie Wann ein Coding-Agent fertig sagen darf zeigt.

Was das für Entwicklung bedeutet

Ein Vorhaben dieser Art verlangt fünf Fachgebiete: Konstruktion, Simulation, Regelung, Wahrnehmung und maschinelles Lernen. Üblicherweise steht dahinter eine Abteilung. Hier nannte ein Mensch das Ziel, ein Agent baute, und ein Rechner mit einer Grafikkarte trainiert.

Zwei Dinge ermöglichten das, und beide baut Tippel selbst. Das erste ist ein Agent, der über Tausende von Schritten an einer Aufgabe bleibt, seine Arbeit sichert und sich korrigieren lässt. Das zweite sind Prüfungen, die unabhängig vom Agenten entscheiden, ob ein Schritt stimmt. Ohne die Prüfungen wäre der Agent nur schnell. Mit ihnen liegt nach gut drei Wochen ein Stand vor, der sich messen lässt.

Wie es weitergeht

Als Nächstes soll der Roboter seine Fähigkeiten verbinden. Bei Aufgaben, in denen Sehen, Gehen und Greifen zusammenkommen, erreicht er die geforderten Erfolgsquoten noch nicht; dafür läuft derzeit das Training. Die Hardware soll mit einem gedruckten Finger auf dem Prüfstand beginnen, dessen Messwerte in die Simulation zurückfließen. Bis dahin gilt alles hier Gesagte für die Simulation, und von dem Roboter ist noch kein Teil gefertigt.